Die berüchtigte illegale Webtoon- und Web-Roman-Site Newtoki ist einen Tag nach der Ankündigung ihrer Schließung am 27. April in ähnlicher Form wieder aufgetaucht und zeigt damit die Grenzen des bevorstehenden Notfall-Site-Blockierungssystems Südkoreas auf.
Nach Angaben des koreanischen Online-Nachrichtenportals News1 kursieren über Telegram-Kanäle neue Zugangslinks zu einer Website mit dem Namen Newtoki. Berichten zufolge spiegelt die Website im Namen, im Logo und in der Benutzeroberfläche das Original wider, was Anlass zur Sorge gibt, dass es sich möglicherweise um eine Fortsetzung oder Nachahmung handelt.
Der Telegram-Kanal, der die Links teilte, begann am 28. April mit der Verbreitung aktualisierter Adressen, einen Tag nachdem das ursprüngliche Newtoki seine Schließung erklärt hatte. Innerhalb einer Woche hatte der Kanal mehr als 15.000 Abonnenten.
Der Betreiber der neuen Website behauptete, dass die zuvor gespeicherten Daten „zu groß“ seien, um sie schnell hochzuladen, versprach jedoch, Inhalte wiederherzustellen, die denen ähneln, die auf Newtoki, ManaToki und BookToki verfügbar waren – Plattformen, die für die Verbreitung von Raubkopien von Webtoons, Mangas und Webromanen bekannt sind.
Als Newtoki am 27. April seine Schließung ankündigte, betonte sein Betreiber in der Erklärung zur Schließung, dass es keine Pläne zur Wiederaufnahme des Dienstes gebe, und warnte die Benutzer, dass es sich bei allen ähnlich benannten Plattformen in Zukunft um Nachahmer handeln würde, die nichts mit der ursprünglichen Website zu tun hätten.
Das Wiederauftauchen erfolgt kurz vor dem neuen Notfall-Sperrsystem der Regierung, das am 11. Mai in Kraft treten soll. Die Richtlinie ermöglicht es den Behörden, den Zugang zu illegalen Websites sofort zu beschränken, sobald sie entdeckt werden, was die Reaktionszeit im Vergleich zu früheren Verfahren erheblich verkürzt.
Das System beschränkt sich jedoch darauf, den Zugriff zu blockieren, anstatt Websites vollständig zu schließen. Eine vollständige Schließung erfordert die Identifizierung und strafrechtliche Verfolgung der Betreiber durch Gerichtsverfahren, ein Prozess, der nach wie vor eine Herausforderung darstellt – insbesondere wenn Server und Betreiber ihren Sitz im Ausland haben.
Beamte weisen darauf hin, dass Betreiber selbst dann, wenn eine Website gesperrt ist, unter einer neuen Domain neu starten können, wenn sie gespeicherte Inhalte behalten, ein Szenario, das sich in diesem Fall offenbar abspielt.
Das Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus sagte, das neue Sperrsystem sei darauf ausgelegt, „die Reaktionsgeschwindigkeit erheblich zu verbessern“, da es derzeit die wirksamste Verwaltungsmaßnahme sei. Dennoch erkannten die Behörden an, dass die vollständige Auflösung illegaler Plattformen internationale Zusammenarbeit und erfolgreiche Strafverfolgungsmaßnahmen gegen Betreiber erfordert.
Der Fall unterstreicht die anhaltende Katz-und-Maus-Dynamik zwischen Regulierungsbehörden und Piraterienetzwerken, auch wenn sowohl private Unternehmen als auch Regierungen ihre Bemühungen zur Eindämmung der illegalen Verbreitung von Inhalten verstärken.
Newtoki galt lange Zeit als die größte illegale Webtoon-Site in Korea und verbreitete eine breite Palette raubkopierter Inhalte in Form von Webtoons, Web-Romanen und Mangas. Der Betreiber, ursprünglich ein koreanischer Staatsbürger, erwarb Berichten zufolge im Jahr 2022 die japanische Staatsbürgerschaft, was zu anhaltenden Auslieferungsforderungen von Branchengruppen führte.
Quelle: News1 (Eun-bin Shin)










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