Korea Fair Trade Commission leitet Untersuchung zu Webtoon- und Web-Novel-Industriepraktiken ein – Nachrichten

Die Kommission plant, mehr als 100 Unternehmen zu befragen, darunter große inländische Plattformen und Inhaltsanbieter

Bild über die Website von KFTC

Die Korea Fair Trade Commission (KFTC) hat eine umfassende Untersuchung der Umsatzstrukturen und Geschäftspraktiken der Webtoon- und Web-Novel-Branche eingeleitet, um seit langem bestehende Bedenken hinsichtlich unfairer Verträge und Gewinnverteilung auszuräumen.

Laut einem Bericht des koreanischen Online-Medienunternehmens edaily vom 4. Mai hat die Regulierungsbehörde kürzlich eine Untersuchung zur Untersuchung von Transaktionen im gesamten Ökosystem begonnen, einschließlich Plattformen, Inhaltsanbietern (CPs) und Urhebern. Bei der Untersuchung wird beurteilt, ob bestimmte Praktiken gegen relevante Gesetze verstoßen, darunter das Monopoly Regulation and Fair Trade Act und das Act on the Regulation of Terms and Conditions.

Zu den wichtigsten untersuchten Bereichen gehören Revenue-Sharing-Modelle (RS), Mindestgarantie (MG) Zahlungsstrukturen und Rechte an Sekundärwerken.

Vereinbarungen zur Umsatzbeteiligung, bei denen Plattformen, CPs und Urheber ihre Einnahmen aufteilen, wurden wegen mangelnder Transparenz kritisiert. Brancheninsider haben Bedenken geäußert, dass der Anteil der Einnahmen, der letztendlich an die Urheber gelangt, erheblich reduziert werden kann, wenn die Einnahmen über mehrere Vermittler laufen.

Auch Mindestgarantien oder Vorauszahlungen unabhängig von der Leistung eines Werkes sind ein großer Streitpunkt. In vielen Fällen werden diese Zahlungen später aus künftigen Einnahmen wieder hereingeholt, was bedeutet, dass Entwickler von leistungsschwachen Titeln möglicherweise über längere Zeiträume kaum oder gar kein zusätzliches Einkommen erzielen.

Die Kommission wird auch prüfen, wie Rechte an Sekundäradaptionen – etwa Filmen, Dramen und Spielen – strukturiert sind. Kritiker argumentieren, dass umfassende oder langfristige Rechteansprüche von Plattformen oder CPs die Kontrolle der Urheber über ihr geistiges Eigentum und die nachgelagerten Einnahmemöglichkeiten übermäßig einschränken könnten.

Zur Durchführung der Studie will die Kommission mehr als 100 Unternehmen befragen, darunter große inländische Plattformen und Inhaltsanbieter. Die Untersuchung umfasst auch ausführliche Interviews und Expertenkonsultationen zu Themen wie Umsatzmodellen, Marktanteilsdynamik, Wettbewerb um erfolgreiche Inhalte und breiterer Branchenstruktur.

Beobachter sagen, dass der Schritt die umfassenderen Bemühungen der Kommission widerspiegelt, die Überwachung von Machtungleichgewichten in plattformbasierten Branchen auf den Inhaltssektor auszuweiten. Angesichts des Umfangs der Untersuchung – die sowohl Vertragspraktiken als auch die Marktstruktur umfasst – könnten die Ergebnisse zu Regulierungsreformen oder formellen Durchsetzungsmaßnahmen führen.

Letztes Jahr überprüfte die KFTC die Standardvertragsbedingungen von 23 Inhaltsanbietern, stellte 1.112 missbräuchliche Bestimmungen in 141 Vertragsvorlagen fest und forderte die Unternehmen auf, diese zu überarbeiten.

Die japanische Fair-Trade-Kommission hat letztes Jahr auch die Anime-Industrie befragt und im Dezember einen Bericht veröffentlicht, in dem die Transaktions- und Vertragsprobleme hervorgehoben werden, mit denen die Branche konfrontiert ist.

Quelle: edaily (Shin-woo Kang)